Samstag, 12. September 2009

Von Tabak und Lotto in der DDR







Als ich einen alten Schrank aufräumte fand ich jede Menge gebündelte alte Lottoscheine die mein Großvater mütterlicherseits dort versteckt hatte. Mein Opa hatte nur eine kleine Rente in der DDR und lebte sehr bescheiden. Was er sich gönnte, das war sein Pfeifchen. Jeden zweiten Tag kaufte er sich bei „Zigarren-Ulrich“, der sein Geschäft eine Straße weiter vom Sandberg hatte, eine Packung Tabak, fast immer „Nortak-Feinschnitt“. Das war eine goldene Packung mit einen Pfeifenraucher drauf. Ich kann mich noch sehr gut an diese Packungen erinnern, auch an die anderen Tabaksorten der DDR, die mein Opa allerdings seltener rauchte da sie zu teuer waren. Sein „Nortak-Feinschnitt“ kostete wohl 2 Mark die Packung, es gab zwar auch noch billigere Marken, wie „Schwarzer Krauser“ und „Tonka-Krüllschnitt“, aber die schmeckten ihm scheinbar nicht. Leider scheint DDR-Tabakpackungen kein Mensch je gesammelt zu haben, denn ich habe diese Packungen nie wieder gesehen, weder bei Ebay noch bei Sammlermessen – schade! Gern hätte ich Fotos von diesen Packungen, nun vielleicht meldet sich ein Leser der solche hat.

„Zigarren-Ulrich“ betrieb auch eine Lotto-Annahme und dort spielte vermutlich mein Opa sein Zahlenlotto, wahrscheinlich immer auf einen Gewinn wartend der seine ärmliche finanzielle Lage aufbessern hätte können, doch vergebens! Seine Frau, seine Kinder und wir Enkel wußten nicht, daß er spielte. Fein säuberlich hatte er all seine Hoffnungen gebündelt, all die Scheine des Zahlenlotto 5 aus 90, was es damals gab, die anderen Spielarten kamen erst zu späterer DDR-Zeit. Die Zahlenlotto-Scheine mußte man damals noch mit einem Locher kennzeichnen, später erst wurde mit Bleistift oder Kuli angekreuzt und durchgepaust. Ab und zu spielte ich auch als Jugendlicher, deshalb kann ich mich noch genau an die verschiedenen anderen Spielarten erinnern, wie 6 aus 49, 5 aus 45, Tele-Lotto und Fußball-Toto. 6 aus 49 war ja anfänglich ein sogenanntes „Sportfest-Lotto“, wo man Sportarten ankreuzen mußte. Später ließ man einfach die Bezeichnung der Sportarten weg und es standen nur noch Zahlen darauf. Wer viel Geld hatte, der konnte zu DDR-Zeiten vieles davon auch verspielen. Es gab Systemscheine die etliche hunderte Mark kosteten, aber die spielten eigentlich nur Tippgemeinschaften. Heute im Blog mal ein paar alte Lottoscheine aus der DDR-Zeit und das Maskottchen von „Tele-Lotto“.

Keine Kommentare: